Lenzing Gruppe: Rekordergebnis 1998

Plus bei Umsatz und Produktion

Der Lenzing Konzernumsatz lag mit 8,81 Mrd ÖS (nach 7,18 Mrd ÖS) um 23 % über dem Vorjahreswert. Dieser überdurchschnittliche Umsatzanstieg ist vor allem auf die hohen unterjährigen Kursschwankungen der indonesischen Währung zurückzuführen. Der Umsatz der Lenzing AG verbesserte sich um 4,3 % auf 5,95 Mrd ÖS (nach 5,70 Mrd ÖS). Im Konzern waren zu Jahresende 4.723 Mitarbeiter (nach 4.781) beschäftigt, davon 2.666 Mitarbeiter in der Lenzing AG (nach 2.782).

Die Gesamtproduktion konnte auf 300.300 T (nach 275.100 T) Viskose, Modal- und Lyocellfasern gesteigert werden. In Europa hat sich das Nonwovens-Geschäft weiterhin positiv entwickelt, ebenso war die weltweit gute Nachfrage nach Modalfasern mitentscheidend für die positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung.

Ergebnis und Cash-flow im Konzern

Das Konzern-Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit konnte auf 162,1 Mio ÖS (nach minus 653,0 Mio ÖS) gedreht werden. Im Konzern-EGT sind bereits die hohen Anlaufkosten des Jahres 1998 für die Lenzing Lyocell enthalten.

Der Betriebserfolg erreichte mit 431,9 Mio ÖS (nach minus 291,3 Mio ÖS) sogar einen neuen Rekordwert in der Unternehmensgeschichte der Lenzing Gruppe.

Ebenfalls einen Rekordwert stellt der Brutto Cash-flow mit 1.218,5 Mio ÖS oder 13,82 Prozent vom Umsatz dar. Der hohe Cash-flow in Verbindung mit einem deutlichen Rückgang der Investitionstätigkeit führte zu einer markant verbesserten Liquidität, die zum vorzeitigen Abbau von Krediten herangezogen wurde. Als Resultat dieser Maßnahmen und Ergebnisse wurde die Eigenkapitalquote i.w.S. im Konzern von 22,1 % auf 26,2 % angehoben.

Dividendenvorschlag

Auf Grund der deutlich verbesserten Ertragslage wird der Vorstand der Hauptversammlung am 23. April 1999 die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung vorschlagen. Für das Geschäftsjahr 1998 ist die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 10,- ÖS je Aktie im Nominale à 100,- ÖS geplant.

Investitionen, Forschung und Entwicklung

Insgesamt wurde konzernweit eine Summe von 571,1 Mio ÖS (nach 1.194,9 Mio ÖS) investiert. Sämtliche Investitionen wurden wiederum aus dem eigenem Cash-flow finanziert und unterstreichen die nachhaltige Selbstfinanzierungskraft der Lenzing Gruppe. Der deutliche Investitionsrückgang ist auf den 1997 erfolgten Abschluß der Großinvestitionen bei der indonesischen Tochtergesellschaft South Pacific Viscose (SPV, dritte und weltweit größte Viskosefaser-Produktionslinie) und in die neue Lyocell-Großanlage zurückzuführen.

Der Forschungsaufwand

der Lenzing AG betrug 157,4 Mio ÖS (nach 200,1 Mio ÖS) und erreichte damit 2,6 % des Lenzing-Umsatzes. Wie zuletzt lag auch 1998 der Forschungsschwerpunkt in der Weiterentwickung der Lyocell-Technologie. Eine ganze Reihe zusätzlicher Forschungsprojekte befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium.

Textilfasermarkt 1998 - große Nachfrage nach Lenzing-Spezialfasern

Der Welt-Textilfasermarkt entwickelte sich 1998 höchst unterschiedlich. In Europa bestand im ersten Halbjahr noch eine gute Nachfrage nach Textilfasern, während in Asien die Textilfaserindustrie mit der Währungskrise zu kämpfen hatte. Im zweiten Halbjahr 1998 erfolgte dann in den USA ein dramatischer Rückgang der ohnehin schon schwachen Nachfrage. Im 4. Quartal zeigte sich auch in Europa eine Marktabschwächung als Folge der massiven Probleme in Südost-Asien und den dadurch ausgelösten dramatischen Preisverfall wichtiger Textilfasern wie Baumwolle und Polyester.

In diesem Marktumfeld fand die Lenzing Gruppe wegen der einzigartigen Marktausrichtung als wettbewerbsstärkster und kundenorientierter Anbieter von Spezialprodukten eine vergleichsweise gute Ausgangsbasis für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit vor. In Europa konnten die Preise für Viskosefasern im Jahresverlauf leicht angehoben und die Kapazitäten voll ausgefahren werden. Die Tochtergesellschaft in Indonesien produzierte ebenfalls mit Vollauslastung und erreichte einen neuen Produktions- und Absatzrekord. Der sich verschärfende Preiswettbewerb in den USA und insbesondere in Asien hatte jedoch einen negativen Einfluß auf die Mengenentwicklung im 2. Halbjahr.

Neue Organisationsstruktur im Management

Mit Jahreswechsel 1998/1999 wurden die Weichen für weitreichende interne Umstrukturierungen in der Lenzing AG gestellt, die eine noch schlankere und schlagkräftigere Organisation ermöglichen. Um eine rasche und erfolgreiche Koordinierung aller globalen Faseraktivitäten sicherzustellen, wurde dieser Bereich in einem Vorstandsressort unter der Leitung von Jochen Werz zusammengefaßt. Alle anderen Geschäftsbereiche werden von Peter Untersperger geführt, der auch die Finanzen, IR und PR sowie die Administration inne hat.

Ausblick für 1999

Für das Geschäftsjahr 1999 ist eine generelle Abschwächung der Textilfaserkonjunktur in Europa und Amerika zu erwarten; insbesondere im 1. Halbjahr wird mit erhöhtem Margendruck zu rechnen sein. Ursachen dafür sind die Konjunkturverlangsamung in Europa - hierbei vor allem in Deutschland - und die Auswirkungen der Asienkrise, die mit einem gewissen Verzögerungseffekt jetzt auch auf Europa übergreift und Preisreduktionen bei vielen Commodities zur Folge hat.

Dazu kommt die immer kürzere Zyklizität des Fasergeschäftes. Der durch die reduzierte Kaufkraft bedingte und zum Teil drastische Rückgang der Inlandsnachfrage für Textilien in zahlreichen Ländern Asiens führt zu hohen Überkapazitäten in der gesamten Faserindustrie und zu historisch niedrigen Preisen bei Baumwolle, Polyester- und Viskosefasern. Gleichzeitig steigt der Importdruck bei Textilien in den USA und in Europa, weil asiatische Produzenten stärker in den Export ausweichen. Vor Herbst 1999 ist kaum mit einer Entspannung des weltweiten Textilfaser-Überangebotes zu rechnen - und dies auch nur, wenn es zu einer deutlichen wirtschaftlichen Erholung in Europa kommt. Lediglich der Nonwovens Bereich zeigt eine nachhaltig positive und stabilere Entwicklung.

Die Lenzing-Gruppe hat strategische und operative Vorkehrungen getroffen, um sich auch 1999 in einem sehr schwierigen Umfeld weiterhin behaupten zu können:

  1. Weitere Kostensenkungsmaßnahmen, v.a. zur Fixkostenreduzierung an allen Standorten
  2. Kontinuierliche operative Verbesserungen zur Effiziensteigerung
  3. Neue Produktentwicklungen bei Viskose- und Lyocell-Fasern
  4. Steigerung der globalen Marktanteile bei Spezialfasern
  5. Die bisherige Geschäftstätigkeit des Jahres 1999 zeigte in den ersten Wochen bereits den deutlichen Abwärtstrend, sodaß im ersten Quartal auf Konzernebene möglicherweise mit einem negativen Ergebnis gerechnet werden muß; der Standort Lenzing wird aber einen positiven Betriebserfolg aufweisen. Das Finanzergebnis der Lenzing AG wird auf Grund der Lyocell-Verluste negativ ausfallen.

Die Unternehmen der Lenzing Gruppe

Lenzing AG

Der Gesamtumsatz der Lenzing AG belief sich im Geschäftsjahr 1998 auf 5.951,6 Mio ÖS (nach 5.704,7 Mio ÖS), das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg auf 81,3 Mio ÖS (nach 2,2 Mio ÖS). Das Betriebsergebnis der Lenzing AG ist im Einzelabschluß auch trotz der Verluste der Lenzing Lyocell ein Rekordergebnis. Diese deutliche Ergebnisverbesserung basierte nicht nur auf einer positiven Marktentwicklung, sondern ist auch das erfreuliche Ergebnis umfangreicher interner Rationalisierungsprogramme und verbesserter Betriebsabläufe und Prozesse, die in den kommenden Jahren allerdings unvermindert weitergeführt werden, um die erreichte europäische Spitzenposition in der Kostenführerschaft zu erhalten.

Geschäftsbereich Fasern

Europa verzeichnete im Verlauf der ersten Monate des Jahres 1998 eine gute Viskosenachfrage, die im ersten Quartal eine Versechsfachung des EGT der Lenzing AG im Vergleich zum ersten Quartal 1997 ermöglichte. Die gute Marktlage hielt auch im zweiten Quartal 1998 an; ab den Sommermonaten zeigten sich erste Abkühlungserscheinungen. Trotz beginnender Konjunkturabschwächung, die im 2. Halbjahr in einer Verunsicherung in der gesamten Textilindustrie resultierte, war das Geschäftsjahr 1998 für die Lenzing AG insgesamt ein sehr gutes Jahr.

Geschäftsbereiche Papier, Folien und Technik

Die nicht-faserspezifischen Geschäftsbereiche Papier, Folien und Technik waren 1998 ebenfalls sehr erfolgreich und trugen substantiell zur sehr guten Ergebnisentwicklung der Lenzing AG bei. Sie sind ein wichtiger Erfolgs- und Ausgleichsfaktor zum Fasergeschäft.

Papier

Der Umsatz konnte auf 724 Mio ÖS (nach 703 Mio ÖS) gesteigert werden; der Gewinn des Geschäftsbereiches wurde gegenüber dem bereits erfreulichen Wert von 1997 verdoppelt. Trotz einer deutlichen Abschwächung der Marktnachfrage im 2. Halbjahr 1998 konnte die Produktion mit rund 69.000 Jahrestonnen auf dem hohem Niveau des Vorjahres gehalten werden. Neben einem sehr guten 1. Halbjahr 1998 waren die erfolgreich umgesetzten Verbesserungen in der Kostenstruktur sowie im Produktmix und bei der Recyclingtechnologie für den erfolgreichen Geschäftsverlauf verantwortlich.

Folien

Der Geschäftsbereich Folien der Lenzing AG verzeichnete wie schon in den Jahren zuvor ein anhaltendes Umsatz- und Gewinnwachstum und erzielte 1998 ein neues Rekordergebnis. Der Umsatz stieg um rund zehn Prozent auf 693 Mio ÖS (nach von 640 Mio ÖS). Die Gesamtproduktion von ca. 13.200 T konnte gegenüber 1997 um ca. weitere 3 % erhöht werden.

Lenzing Technik

Der Umsatz im Engineering und Anlagenbau sank auf 342 Mio ÖS (nach 405 Mio ÖS). Das Ergebnis der Lenzing Technik lag etwas unter dem sehr guten Vorjahreswert.

Wichtigstes Ereignis im Geschäftsjahr 1998 war die erfolgreiche Inbetriebnahme des von Lenzing Technik schlüsselfertig gelieferten Viskosefaserwerkes TangShan in China mit einer jährlichen Produktionskapazität von 20.000 T.

Ausblick für die Lenzing AG

Fasern

Mit der bereits erfolgreich eingeschlagenen Strategie der Spezialisierung und der Produkt- und Nutzendifferenzierung unterscheidet sich Lenzing deutlich von anderen Zellulosefaser-Anbietern. Aufgrund des stärker werdenden Preiswettbewerbs ist für den Geschäftsbereich Fasern eine Wiederholung des Rekordergebnisses von 1998 jedoch heuer nicht mehr zu erwarten.

Andere Geschäftsbereiche

Im Geschäftsbereich Folien erwartet Lenzing AG für 1999 eine weitere positive Ergebnisverbesserung und Festigung der Marktposition. Im Geschäftsbereich Papier sind als Folge der Asienkrise und der zunehmenden Importe nach Europa nennenswerte Preisrückgänge zu erwarten. Trotzdem rechnet der Geschäftsbereich mit einer weiterhin befriedigenden Ertragslage. Im Geschäftsbereich Lenzing Technik wird infolge des Auslaufens früherer Großprojekte mit einer leichten Abschwächung des Geschäftsumsatzes gerechnet.

Lenzing Fibers Corp. - LFC, USA

Das US-amerikanische Tochterunternehmen LFC hat sich 1998 in einem schwierigen Umfeld gut gehalten. Der Umsatz lag mit 924 Mio ÖS (nach 1.087 Mio ÖS) infolge gesunkener Faserpreise in den USA unter dem Vorjahreswert. Das Betriebsergebnis war nur noch leicht negativ. Dies wurde durch die 1997 begonnenen und 1998 fortgesetzten umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen ermöglicht.Im ersten Halbjahr konnten infolge der verbesserten Kostenstruktur sowie der erfolgreichen Konzentration auf weitere hochqualitative Marktsegmente positive Ergebnisse erzielt werden. Ab Jahresmitte 1998 verschlechterte sich jedoch die Inlandsnachfrage für die gesamte amerikanische Textilindustrie dramatisch. Der Importdruck bei Viskosegarnen und Fertigwaren führte zu einem starken Preisverfall am US-Textilmarkt, da asiatische Hersteller infolge der Abwertungen ihrer lokalen Währungen erhebliche Kostenvorteile gegenüber den US-Produzenten erlangten. Die US-Textilindustrie sah sich in der Folge gezwungen, Produktionskapazitäten teilweise in erheblichem Ausmaß stillzulegen oder vorübergehend abzustellen. Dementsprechend verschlechterte sich auch die Ergebnissituation der LFC in der zweiten Jahreshälfte.

Ausblick

In den USA ist der Druck durch asiatische Textilimporte besonders stark zu spüren. Es ist in den kommenden Monaten keine Entspannung dieses negativen Umfeldes zu erwarten. Die LFC wird darauf mit weiteren Kosteneinsparungen und einer Anpassung der Kapazitäten reagieren, um einen positiven Cash Flow sicherzustellen. Im Laufe des Jahres 1999 werden zudem neue Faserqualitäten am Markt eingeführt, die den Standort trotz ungünstiger Rahmenbedingungen absichern sollen.

South Pacific Viscose - SPV, Indonesien

Die indonesische Beteiligungsgesellschaft SPV erzielte 1998 trotz eines sehr schwierigen Umfeldes einen Produktionsrekord, verkaufte erstmals mehr als 100.000 T Viskosefasern und erzielte einen Umsatz von 1.899,7 Mio ÖS.Die politische und wirtschaftliche Krise in Asien und im besonderen in Indonesien stellte 1998 eine besondere Herausforderung für den Standort dar. Trotz einer sehr volatilen Landeswährung und das gesamte Land umfassender verheerender politischer Unruhen konnte die Produktion und Auslieferung der SPV aufrechterhalten werden.

Ausblick

Die SPV steht auch 1999 vor sehr schwierigen wirtschaftlichen, politischen und sozialen Rahmenbedingungen. Der massive Kaufkraftrückgang am lokalen Markt , der starke Preiswettbewerb auf den asiatischen Exportmärkten und die weitere Entwicklung der Landeswährung gestalten das Geschäftsumfeld äußerst schwierig. Verstärkte Bemühungen zur weiteren Kostenreduktion und Effizienzsteigerungen in allen Bereichen des Unternehmens sollen einen teilweisen Ausgleich zur erwarteten Ergebnisverschlechterung bringen.

Bacell S.A., Brasilien

Die brasilianische Zellstoffbeteiligung Bacell S.A. konnte 1998 die Produktionsmenge wiederum um knapp ein Viertel gegenüber 1997 auf mehr als 100.000 T anheben. Der Umsatz von 714,2 Mio ÖS blieb jedoch ebenso wie das Betriebsergebnis weiter hinter den Erwartungen.Die Neuausrichtung auf hochqualitative und somit auch höherpreisige Zellstoffe zeigte erste Erfolge - mit der Umsetzung einiger technischer Verbesserungen wurden höhere Kapazitätsauslastungen bei ausgezeichneter Zellstoffqualität erreicht. Dies konnte das stark negative Unternehmensergebnis vorerst aber nur geringfügig verbessern, da wegen des Überangebotes infolge der Asienkrise keine Preiserhöhungen erfolgen konnten. Die nach wie vor hohe lokale Inflation bedeutete bei einer Exportquote von 96 % einen weiteren erheblichen Kostennachteil.Aufgrund dieser Entwicklungen wurde im letzten Jahr die Suche nach einem industriellen Partner mit zusätzlichem Markt- und Produktionsknow-how eingeleitet.

Ausblick

Im Geschäftsjahr 1999 ist eine deutliche Erhöhung des Anteils von Spezialzellstoffen geplant. Bereits eingeleitete Marketingmaßnahmen sowie eine weitere Reduktion der Fixkosten sollten ebenfalls Wirkung zeigen. Eine Verbesserung der Wettbewerbsposition sollte sich durch die massive Abwertung des Brasilianischen Real ergeben - unter der Voraussetzung, daß die erhöhte Inflation den gewonnenen Spielraum nicht wieder zunichte macht. Eine Rekapitalisierung der Finanzschulden im Laufe des Jahres sollte zu einer weiteren Reduzierung der Ergebnisbelastung führen.

Lenzing Lyocell

Trotz intensiver Marktanstrengungen und technischer Verbesserungen lagen die Verkaufsmengen und Umsätze doch deutlich unter den Budgetzahlen. Die Markteinführung von Lyocell wird erheblich länger dauern als ursprünglich angenommen.Der Vorstand ist jedoch vom Zukunftspotential dieser technologisch hochwertigen Faser überzeugt, denn die Lyocellfaser hat viele positive Eigenschaften - z.B. sehr hohe Faserfestigkeit und Maßstabilität im fertigen Textil. Bestimmte Charakteristika der neuen Faser erfordern aber neue Färbe- und Ausrüstverfahren, die noch nicht breit genug eingeführt sind und damit eine raschere Marktpenetration erschweren.Die EU-Kommission begann 1998 eine Überprüfung der für das Lyocell-Projekt in Heiligenkreuz gewährten Förderungen. Diese Überprüfung ist eine notwendige und vom EU-Förderungsrecht vorgegebene und vorgeschriebene Maßnahme. Die Lenzing AG kooperiert hier engstens mit allen involvierten Instanzen. Ein Abschluß dieser Überprüfung wird für Ende 1999 erwartet.

Ausblick

Die verstärkten Vermarktungsanstrengungen werden 1999 durch die Einführung neuer Faserqualitäten unterstützt. Diese sind teilweise in der textilen Kette einfacher zu verarbeiten und liefern damit die Voraussetzungen für eine breitere Marktakzeptanz. Zusätzlich startet Lenzing eine anwendungstechnische Offensive und wird neue Verfahren zur optimalen Verarbeitung der Lyocellfasern innerhalb der textilen Kette entwickeln. Neben den herkömmlichen Anwendungen werden auch die nicht-textilen Anwendungen (z.B. Folien) intensiv erforscht und weiterentwickelt.Vor dem Hintergrund dieses wesentlich schwierigeren wirtschaftlichen Umfeldes in Europa und Asien, verbunden mit den sich daraus ergebenden Unsicherheiten bei der Ergebnisplanung und Vorausschau, ist eine exakte Ergebnisprognose kaum darstellbar.

Der Lenzing Konzern in Zahlen

in Mio. ATS  1998 1997 1996 1995 1994
Umsatz 8.814,2 7.176,4 7.786,2 8.700,5 8.420,1
Betriebserfolg 431,9 -291,3 -36,7 378,5 434,8
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 162,1  -653,0 -30,3 312,6 305,1
Brutto Cash-flow 1.218,5 753,2 448,6 985,7 844,7
Operativer Cash-flow (gemäß ÖVFA) 796,3 675,6  1.015,8 1.008,0 975,2
Umsatzrentabilität % 5,3 -6,4 2,0 5,4 4,8
ÖVFA Gewinn/Verlust je Aktie ATS **) 43,0  -113,0 -66 41 22
Forschungsaufwand  157,4  200,1 201,4  178,7 194,5
Dividende ATS *)  10,0   0,0  0,0  10,0    10,0

*) vorbehaltlich des Beschlusses der Hauptversammlung
**) vorbehaltlich der Prüfung durch die ÖVFA-Gremien