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Lenzing Gruppe bestätigt Zahlen für 2003
19.04.2004
- Dividendenvorschlag 6 EUR je Aktie
- 2004 gut angelaufen
Die Lenzing Gruppe bestätigt anlässlich der Bilanzpressekonferenz die bereits veröffentlichten vorläufigen Zahlen für 2003. Demnach blieb das operative Konzernergebnis (EBIT) von 74,0 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 78,4 Mio. EUR. Der Konzernumsatz ging auf 621,9 Mio. EUR (nach 625,6 Mio. EUR) um rund 0,6% leicht zurück. Aufgrund eines verbesserten Finanzergebnisses stieg der Jahresüberschuss aus fortgeführter Geschäftstätigkeit auf 60,5 Mio. EUR (nach 49,2 Mio. EUR). Der Vorstand wird daher der Hauptversammlung eine auf 6 EUR je Aktie (nach 4 EUR) erhöhte Dividende vorschlagen.
Lenzing Vorstandsvorsitzender Thomas Fahnemann: "Trotz eines schwierigen Umfeldes konnten wir alle Faserproduktionsstandorte voll ausfahren und die Produktionsmenge deutlich steigern. Mit einem Anteil der Spezialitätenprodukte von fast zwei Drittel haben wir uns zudem von dem sehr volatilen Marktumfeld weitgehend abkoppeln können."
Schwacher Markt Europa - Boom in China
Das Geschäftsjahr 2003 zeigte im Kerngeschäft cellulosische Fasern gegenläufige Tendenzen. Einerseits wirkten sich in Europa die anhaltende Konjunkturflaute und der drastische Rückgang des Dollarkurses negativ auf die Textilfaser- und Nonwovens-Industrie aus. Während Lenzing als mit Abstand größter europäischer Produzent Mengensteigerungen verzeichnete, sank die Viscosefaserproduktion in Europa um rund 2%. Ganz anders die Entwicklung in Asien, insbesondere in China, wo ab Jahresmitte die Nachfrage deutlich anzog. Hinzu kam ein kräftiger Anstieg der Baumwoll- und Polyesterfaserpreise im zweiten Halbjahr. Dies führte allein in China zu einem Produktionsplus bei Viskosefasern von rund 20%.
Insgesamt brachte 2003 nach ersten Schätzungen einen Anstieg der Weltfaserproduktion um 4,2% auf 56,5 Mio. Tonnen, wobei die Produktion von Viscosestapelfasern um 7,8% auf rund 1,8 Mio. Tonnen überdurchschnittlich zulegte.
"Das Jahr 2003 hat jedenfalls bewiesen, dass wir global betrachtet auf einem wachsenden Markt tätig sind. Steigender Wohlstand in den Entwicklungsländern, Bevölkerungswachstum und neue Einsatzgebiete im Nonwovensbereich stimmen uns zuversichtlich, dass die Lenzing Gruppe als einer der größten Player am Viscoseweltmarkt auch in Zukunft den dynamischen Wachstumskurs erfolgreich fortsetzen wird", so Vorstandsvorsitzender Thomas Fahnemann, zuständig für das globale Fasergeschäft der Lenzing Gruppe.
Weichenstellungen für die Zukunft
Zur Umsetzung dieser Wachstumsstrategie wurden 2003 mit Kapazitätserweiterungen an den Standorten Lenzing und Heiligenkreuz zwei wichtige Großprojekte erfolgreich abgeschlossen. In Lenzing wurden 90 Mio. EUR zur Erhöhung der Faserkapazität auf rund 200.000 Jahrestonnen (zuvor 180.000 Tonnen) investiert. Zur Beibehaltung der vollständigen Integration wurde auch die Zellstoffkapazität auf rund 210.000 Jahrestonnen erhöht. Am Standort Heiligenkreuz wurde eine zweite Lyocell Produktionslinie um 36 Mio. EUR fertig gestellt und damit die Kapazität auf rund 40.000 Tonnen p.a. verdoppelt.
Auch bei der indonesischen Beteiligung South Pacific Viscose konnte durch eine Vielzahl von technischen Optimierungsmaßnahmen mit rund 135.000 Tonnen eine neue Rekordproduktion erzielt werden.
Im Jahr 2004 werden weitere rund 15 Mio. EUR in den Ausbau der Kapazitäten für Modalfasern in Lenzing investiert. Dadurch wird der Produktmix am Standort Lenzing zugunsten hochwertiger Spezialitäten weiter verbessert.
Gute Ergebnisse der Nicht-Faser-Geschäftsbereiche
Während 70% der Umsätze der Lenzing Gruppe im Jahr 2003 im Faser- und Zellstoffbereich erzielt wurden, lieferten auch alle nicht-faserspezifischen Geschäftsbereiche wichtige Ergebnisbeiträge.
Lenzing Technik blickt mit einem Gesamtumsatz von 86,0 Mio. EUR (nach 59,4 Mio. EUR) bei sehr gutem Ergebnis auf ein Rekordjahr zurück. Gründe dafür waren die Abrechnung von konzerninternen Aufträgen aus dem Kapazitätserweiterungsprogramm sowie die Abwicklung mehrere internationaler Aufträge aus dem Bereich Viscose- und Zellstoffindustrie. Sehr gut angelaufen ist der Einstieg in die High-End Electronic Fertigung für elektronischen Geräte.
Lenzing Plastics hat trotz Konjunkturflaute in Europa 2003 einmal mehr bewiesen, einer der erfolgreichsten österreichischen Kunststoffverarbeiter zu sein. Bei einem stabilen Umsatz von rund 72 Mio. EUR konnte in zahlreichen Nischenbereichen wie Baustoffe, Isoliermaterialien sowie hochwertigen Polypropylen-Produkten für Verpackungen die Marktstellung weiter ausgebaut werden. Das Ergebnis von Lenzing Plastics war sehr zufrieden stellend.
Lenzing Papier, Produzent von hochwertigen Recycling-Qualitäten und Spezialprodukten (Plakatpapiere, Briefumschlagpapiere) hat entgegen dem Trend der Papierindustrie 2003 einen neuen Produktionsrekord mit rund 75.000 Tonnen erreicht. Der Umsatz betrug unverändert rund 56 Mio. EUR bei einem klar positiven Ergebnis. Das Marktumfeld 2003 war konjunkturbedingt auf den Hauptmärkten Deutschland und Schweiz sehr schwach.
Broschüre "Nachhaltigkeit in der Lenzing Gruppe"
Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt des Jahres 2003 war die Dokumentation der Vorreiterrolle, die Lenzing im Bereich des nachhaltigen Wirtschaftens schon seit Jahren einnimmt. In Rahmen einer eigenen Broschüre wurden die Grundsätze nachhaltigen Wirtschaftens in der Lenzing umfassend dokumentiert.
Im Hinblick auf die erheblichen Vorleistungen, die das Unternehmen in den letzen Jahren auf dem Umweltsektor erbracht hat, sind die derzeit diskutierten Belastungen, die sich am Wirtschaftsstandort Österreich etwa durch die Ökostromregelung und den CO2-Emissionshandel ergeben, beträchtlich.
Jahresabschluss ermöglicht Dividendenanhebung auf 6 EUR je Aktie
Der Vorstand wird der Hauptversammlung die Anhebung der Dividende von 4 auf 6 EUR je Aktie vorschlagen. Finanzvorstand Peter Untersperger: "Dies ist ein Beweis für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Lenzing AG. Die Rekordinvestitionen von insgesamt über 131 Mio. EUR im vergangenen Jahr konnten wir zum Gutteil aus dem Cash-flow von 104,2 Mio. EUR (nach 101,9 Mio. EUR) finanzieren. Unsere Eigenkapitalquote liegt per Ende 2003 mit 49,6% auf anhaltend hohem Niveau, sodass wir auch nach dieser Investitionsrunde für weiteres Wachstum bestens gerüstet sind".
Der leichte Rückgang des Konzernumsatzes um 0,6% auf 621,9 Mio EUR beruht auf geringeren Handelsumsätzen sowie dem Dollarkursverfall. Die Verschlechterung im operativen Bereich (EBIT minus 5,6% auf 74,0 Mio. EUR) widerspiegelt die schwierigen Rahmenbedingungen des ersten Halbjahres 2003 sowie die Auswirkungen des Dollarkurses.
"Mit einer EBITDA-Marge von 18,6% und einer EBIT-Marge von 11,9% zählt Lenzing jedenfalls zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Unternehmen Österreichs", so Peter Untersperger.
Beim Ergebnis vor Steuern konnte 2003 ein Zuwachs von 7,5% auf 77,5 Mio. EUR erzielt werden. Ursache waren primär ein auf plus 3,5 Mio. EUR (nach minus 6,2 Mio. EUR 2002) verbessertes Finanzergebnis auf Grund höherer Beteiligungserträge sowie positiver Einmal-Effekte aus dem Verkauf der US-Beteiligung LFC. Zudem konnten die Zinsaufwendungen gesenkt werden. Der Gewinn je Aktie für die fortgeführte Geschäftstätigkeit verbesserte sich um 23,1% auf 16,46 EUR.
Ausblick Geschäftsjahr 2004
Das Geschäftsjahr 2004 ist gut angelaufen. "Der Wachstumsmotor Asien, insbesondere China, brummt" so Thomas Fahnemann. Deshalb hat Lenzing zuletzt auch eine neue Handelsfirma in Shanghai eröffnet. Ein Ausbau der China-Aktivitäten ist derzeit in Prüfung, konkrete Entscheidungen sollten noch vor Jahresende 2004 getroffen werden. Insgesamt wird ein neuerlich gutes Jahr für die Lenzing Gruppe erwartet. Unsicherheiten ergeben sich allerdings aus mehren Faktoren: Die weltpolitische Lage, der Dollarkurs, die Standortdiskussion in Österreich und Europa und schließlich die weitere Entwicklung der Baumwollpreise erschweren eine konkrete Prognose für 2004.
| Wichtige Kennzahlen nach US-GAAP, auf Konzernbasis (in Mio. EUR) |
2003 |
2002 |
Veränderung in % |
| Umsatz |
621,9 |
625,6 |
-0,6 |
| EBITDA |
115,8 |
121,3 |
-4,6 |
| Operatives Ergebnis (EBIT) |
74,0 |
78,4 |
-5,6 |
| Jahresüberschuss aus fortgeführter Geschäftstätigkeit |
60,5 |
49,2 |
+23,2 |
| EBITDA-Marge in % |
18,6 |
19,4 |
-4,1 |
| EBIT-Marge in % |
11,9 |
12,5 |
-5,0 |
| Brutto Cash-flow |
104,2 |
101,9 |
+2,3 |
| Eigenkapitalsquote in % |
49,6 |
51,1 |
-2,9 |
| Sachanlagevermögen |
456,6 |
381,1 |
+19,8 |
| F&E-Kosten in % vom Umsatz |
ca. 2,5 |
ca. 2,0 |
|
| Gewinn EUR/Aktie (fortgeführte Geschäftstätigkeit) |
16,46 |
13,37 |
+23,1 |
| Dividende (2003 Vorschlag) |
6,0 |
4,0 |
+50 |
| Mitarbeiter (inkl. LUSAC) |
3.058 |
3.365* |
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* inkl. LUSAC
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